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ANGLEICHUNG ARBEITER UND ANGESTELLTE

3 Fragen und Antworten

Ab dem 1. Juli 2018 treten die neuen gesetzlichen Regelungen in Bezug auf die Angleichung zwischen Arbeitern und Angestellten in Kraft. In diesem Blog-Post erfahren Sie wichtige Details dazu.

1. Wer ist Arbeiter und wer Angestellter?
Angestellte
sind nach dem Angestelltengesetz Arbeitnehmer, die kaufmännische Dienste, sonstige höhere, nicht kaufmännische Dienste (mit entsprechenden Vorkenntnissen) oder Kanzleiarbeiten verrichten. Dazu zählen z. B. Bürokräfte, Buchhalter, Programmierer, Ordinationshilfen, Kassierer etc. Das Angestelltengesetz ist zwingend – d. h. man darf nicht als Arbeiter eingestuft werden, wenn man Tätigkeiten eines Angestellten nachgeht.

Arbeiter
Für Arbeiter gilt die Gewerbeordnung, das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) sowie die Bestimmungen aus dem jeweiligen Branchenkollektivvertrag. Arbeiter können sowohl Hilfsarbeiter als auch Facharbeiter sein. Es handelt sich um manuelle Tätigkeiten bzw. vorwiegend körperliche Tätigkeiten (z. B. Arbeiter in der Bäckerei/Fleischerei, Mitarbeiter in einem Selbst-Bedienungs-Restaurant, Kellner, Fahrer, Portiere, Monteure, Lagerarbeiter, Handwerker etc.)

 

2. Was ändert sich beim Krankenstand?
Ab dem 1. Juli 2018 wird die Entgeltfortzahlung bei Angestellten – wie bereits bei Arbeitern üblich – an das Arbeitsjahr gekoppelt.paragraph

Das heißt: Ab 1. Juli 2018 ist der Bezugszeitraum der Entgeltfortzahlung sowohl für Arbeiter als auch für Angestellte das Arbeitsjahr. Mit Beginn des neuen Arbeitsjahres wird sozusagen das Entgeltfortzahlungskonto wieder neu gefüllt und kann in Anspruch genommen werden (auch bei durchgehender Erkrankung). Das heißt, auch wenn am Ende des alten Arbeitsjahres kein Entgeltfortzahlungs-Anspruch mehr bestand, erhält man im neuen Arbeitsjahr wieder Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Weiters erhöht sich der volle Entgeltfortzahlungs‑Anspruch auf 8 Wochen und das bereits ab Vollendung des ersten Dienstjahres.

Auch Lehrlinge haben ab dem 1. Juli 2018 pro Lehrjahr 8 Wochen Anspruch auf volle Entgeltfortzahlung sowie 4 Wochen Teilentgelt. Nach Ausschöpfen dieses Grundanspruches, gelten pro weiterer Dienstverhinderung 3 Tage volle Lehrlingsentschädigung und 6 Wochen Teilentgelt.

Die Entgeltfortzahlung ist ab dem 1. Juli 2018 vom Arbeitgeber auch bei einvernehmlicher Auflösung während des Krankenstandes bzw. wenn der Krankenstand über die einvernehmliche Lösung andauert, weiterzuzahlen.

 

3. AB WANN GELTEN DIE NEUEN REGELN ZUM KRANKENSTAND?
Die Angleichung tritt bereits mit 1. Juli 2018 in Kraft und ist auf Dienstverhinderungen anzuwenden, die nach dem 30. Juni 2018 beginnen. Es gilt aber eine doppelte zeitliche Komponente: Einerseits ist der Beginn des Arbeitsjahres zu beachten, andererseits kommt es auf den Zeitpunkt des Beginns des Krankenstandes an.

Das Arbeitsjahr hängt davon ab, wann ein Mitarbeiter eingetreten ist. Ist eine Arbeitnehmerin zum Beispiel am 1. September 2017 eingetreten, geht ihr Arbeitsjahr immer vom 1. September bis 31. August. Wird sie im Juli 2018 krank, gelten noch die alten Regeln. Wird sie im September krank, gelten die neuen Regeln. Ist ein Arbeitnehmer am 1. März 2017 eingetreten und wird er im Juli 2018 krank, gelten für ihn schon die neuen Regeln.


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Quellen:
WKO | www.trend.at